Kapitel 10: Freitag und Wochenende

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Weil ich sowieso schon wach bin, mache ich mich auch gleich fertig und frühstücke. Danach habe ich noch eine Stunde zum Totschlagen und entscheide mich dazu, meine E-Mails schon einmal zu überprüfen und falls nötig zu beantworten.
Nachdem ich das getan habe, habe ich noch eine halbe Stunde übrig, die ich damit verbringe, in eine Aufzeichnung einer Nachrichtensendung zu schauen.
Allerdings berichten sie wie fast alle Nachrichtensender in der letzten Zeit nur von der sich verschärfenden Situation an der Ostgrenze der E.R.Z., der Europäischen Regierungszone.

Diese hat sich aus der EU entwickelt und basiert auf ihren Institutionen.
Außerdem wird in ihr der Euro als Währung verwendet und sie besitzt ihre eigene Armee, die aus den Armeen der alten Länder, aus denen die E.R.Z. besteht, besteht.
Die E.R.Z. regiert fast den gesamten europäischen Kontinent.
Die einzigen Ausnahmen sind Russland und Belarus, weil sich diese Länder im Verlauf der letzten Jahrzehnte praktisch permanent gegen den Rest von Europa gestellt haben, deshalb ist die E.R.Z. auch Mitglied in der NATO und der UNO, so wie es fast alle Mitgliedstaaten waren. 

Aber dann ist es auch schon Zeit, zur Arbeit zu gehen.
Während ich mir Schuhe anziehe, bekomme ich eine Nachricht auf meinem PDA.
Diese sagt, dass ich wieder zu Herrn Blanché ins Büro kommen soll, wohin ich mich auch auf den Weg mache.
Vor meiner Tür treffe ich Jakob, welcher mich fragt: “Wurdest du auch zum Büro des Chefs beordert?”
Das beantworte ich mit “Ja, das wurde ich.”
Gemeinsam gehen wir wieder hinüber in den Innovation Tower und hoch zum Büro von Herrn Blanché.
Im Vorzimmer können wir gleich durchgehen.
In seinem Büro finden wir Herrn Blanché, der durchs Büro läuft, als wäre er über etwas aufgebracht oder würde über etwas nachdenken.
Als wir uns bemerkbar machen, begrüßt er uns mit “Guten Morgen, bitte setzt euch.”
Dabei deutet er mit einer Hand auf den großen Konferenztisch.
Wir setzen uns und er setzt sich uns gegenüber. Dann fragt er “Habt ihr in letzter Zeit die Nachrichten gesehen?”
Jakob sagt: “Ja” und ich nicke.
Daraufhin sagt Herr Blanché “Gut, dann könnt ihr euch denken, wofür euer nächster Auftrag dienen wird. Ihr sollt den Maschinentaucher panzern, damit er an der großen Grenzmauer als personenverstärkender Einmannpanzer fungieren kann. Ich bin auch nicht glücklich darüber, dass wir wieder Entwicklungen modifizieren und zweckentfremden müssen, damit sie als Kriegsgerät dienen können, aber wie der Militärvertreter gesagt hat, müssen wir alle unseren Beitrag liefern. Noch irgendwelche Fragen?”
Darauf frage ich “Ja, was ist mit dem Projekt der internationalen Zone? Wird es wegen den sich verstärkenden Angriffen auf die Grenzmauer pausiert?”
Das beantwortet Herr Blanché mit “Nein, wir müssen nur gerade sowieso auf die Beendigung der Entwicklung und der Produktion im größeren Umfeld von einem Produkt von der Atlantikküste warten, daher werden sie temporär an anderen Projekten wie diesem hier arbeiten.”
Auf die Antwort reagiere ich mit “Verstanden.”
Dann sagt Herr Blanché: “Gut, aber mit der Modifizierung beginnt ihr erst nächste Woche, heute bekommt ihr für eure Leistung der letzten Tage noch einmal frei und ihr könnt jetzt gehen.”
Wir bedanken uns beide mit ”Danke, Herr Blanché.” und verlassen das Büro wieder.
Draußen warten schon Ben und Verena, die hinter uns ins Büro gebeten werden.

Während der Fahrstuhlfahrt nach unten fragt Jakob mich: “Was hältst du davon, dass unsere Entwicklung jetzt als Werkzeug des Militärs dienen soll?”
Darauf antworte ich “Nicht viel, weil ich sowieso nicht viel vom Militär und Krieg halte und ich gehofft hatte, nie darin verwickelt zu werden und du?”
“Auch nicht viel, aus ähnlichen Gründen.” antwortet Jakob.
Als wir unten angekommen sind, fragt er: “Willst du mit in die Spielhalle kommen?”
Nach kurzem Überlegen nehme ich die Einladung mit: “Ja, ich muss nur kurz etwas holen” an.
Danach gehe ich kurz zurück in meine Wohnung und hol von dort meinen In-Ohr-Gehörschutz.
Dann geh ich zur Spielhalle und setze vorm Eintreten meinen Gehörschutz ein.
Drinnen ist es dank des Gehörschutzes nicht so laut wie erwartet.
Ich finde Jakob in ein Rennspiel vertieft.
Ich warte bis er seine Runde fertig gespielt hat und dann spielen wir zusammen im Mehrspieler.
Dieses und andere Spiele spielen wir, bis ich los muss zu meiner Therapie.
Dort berichte ich wie gewohnt alles, was seit dem letzten Mal passiert ist, aber ansonsten passiert dort auch nichts Spannendes.
Nach der Therapie fahre ich wieder zurück und kurz bevor ich in meine Wohnung gehe, entscheide ich mich spontan, weil es auch relativ spät geworden war, die Bar des Komplexes aufzusuchen, um zu sehen, ob jemand da ist, den ich kenne.

Im Inneren der Bar sieht es so aus, wie ich es erwartet habe.
Das Licht ist leicht abgedunkelt und es spielt Musik, aber nicht so laut wie erwartet.
An den Tischen sitzen hauptsächlich kleine Gruppen, von denen ich keine Personen erkenne und an der Theke sitzt eine vereinzelte Person.
Als ich genauer hinsehe, erkenne ich, dass es Annika ist, ich gehe hinüber und frage, ob ich mich zu ihr setzen darf.
Nachdem sie es erlaubt hat, setze ich mich zu ihr und frage: "Warum sitzt du hier allein?”
Darauf antwortet sie: "Ich feiere, dass ich eine Lohnerhöhung bekommen habe. Ich habe nur nicht wirklich viele Freunde, mit denen ich das feiern könnte.”
Daraufhin frage ich: “Darf ich mit dir die Lohnerhöhung feiern.”
Das beantwortet sie mit: “Ja, warum eigentlich nicht.”
Danach bestellt Annika sich ein Bier während ich mir ein nichtalkoholische Getränk bestelle und wir unterhalten uns über den Abend hinweg über alle möglichen Dinge, wobei ich darauf achte, nichts vom Projekt der internationalen Zone zu sagen, auch wenn ich dafür ein paar Ausflüchte finden muss.
Erst als es schon sehr spät ist und die Bar schließen will, um sauber zu machen und wieder auf Restaurantbetrieb umzustellen, gehen wir zurück ins Wohngebäude, in dem wir beide wohnen.
Ich begleite Annika bis zu ihrer Wohnungstür und weil sie etwas betrunken ist, helfe ich ihr dabei, mit ihrer Karte die Tür zu öffnen.
Sie fragt noch, ob ich mit hineinkommen möchte, ich lehne aber dankend ab, verabschiede mich und gehe in meine Wohnung.
Dort mach ich mich sofort fertig, um zu schlafen und lege mich ins Bett.

Diese Nacht habe ich zum Glück keine Albträume, stehe allerdings, weil es gestern so spät geworden ist, erst am Vormittag auf, was eigentlich selbst am Wochenende nicht meine Art ist.
Nachdem ich mich für den Tag fertig gemacht habe, entscheide ich mich dazu, etwas zu der Grenzmauer zu recherchieren und finde dabei heraus, dass die Grenzmauer auf modifizierten Plänen für Flutmauern basiert, aber wesentlich dicker ist, um in ihrem Inneren Räume und Waffenstellungen zu beherbergen.
Aber selbst mit Blick ins Archiv von Automated Innovation über das PDA finde ich nicht mehr heraus, was wahrscheinlich eine Sicherheitsmaßnahme ist.
Nach meinen Recherchen gehe ich hinüber und klopfe an Annikas Wohnungstür, um sicherzugehen, dass es ihr gut geht.
Nachdem sie nach einer kurzen Weile die Tür geöffnet hat, sage ich: “Hallo, ich wollte nur kurz fragen, ob es dir gut geht.”
Das beantwortet sie mit: “Ja, nur ein Kater. Möchtest du heute mit reinkommen?"
Heute beantworte ich die Frage mit: “Ja, gern.”, weil sie heute nicht betrunken, sondern bei klarem Verstand ist.
Danach öffnet Annika die Tür weiter und lässt mich rein.
Sie trägt heute ein türkises Kleid und der Hauptraum ihrer Wohnung sieht ähnlich aus wie der von meiner Wohnung, nur die Deko und die persönlichen Gegenstände sind anders, aber die Möbel sind gleich.
Drinnen setzen wir unser Gespräch vom Vorabend fort, bis es Abend wird.
Als es spät wird, verabschiede ich mich und gehe wieder rüber in meine Wohnung.
Dort mache ich mir was zu essen und verbringe den Rest des Abends bis ich schlafen gehe mit dem Schauen von Dokumentationen und das gleiche tue ich auch für nahezu den gesamten Sonntag.

Über Feedback, wie was ist noch zu verbessern oder was ist schon gut, würde ich mich freuen.
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