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Worte des Autors Prolog Kapitel 1 Ungezieferplage

In the world of Midgard

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Kapitel 1 Ungezieferplage

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Der 10. Mai im Jahre 3100 war ein sonniger Tag und der Anfang von den unzähligen Abenteuern, die ihr im Laufe dieser Geschichte erleben werdet...

Eine Elster flog mit einer erbeuteten Silbermünze im Schnabel über einen mit Sorgfalt bestellten Acker. Sie wich mit einem eleganten Schwenker nach rechts einer Vogelscheuche aus und liess sich am darauffolgenden Ende des Ackers am Holzzaun nieder. Mit dem Silberstück immer noch fest im Schnabel, beobachtete sie genau, ob eine Gefahr in der Nähe ist oder ob ihr Nest vielleicht von anderen Elstern beobachtet wird. Als sie von der Sicherheit überzeugt war, erhob sie sich wieder in die Luft und flog mit gleichmässigen Flügelschlägen über den grossen Dorfgarten, welcher auch als Dorfmitte oder "Herz des Dorfes" bezeichnet wird.

Der Dorfgarten ist eine grosse eingeschlossene Wiese, auf der man Bäume, Sträucher und Blumen in allen Farben gepflanzt hatte. Auf der ganzen Wiese verteilt spielten Kinder sehr gerne Fangen, so wie es auch jetzt der Fall war. Das jedoch interessierte die Elster nicht im geringsten und sie ignorierte die lauten Kinder unter sich. Sie flog direkt auf die Dorfkirche zu und landete auf dem massiven Stützbalken der Kirchenglocke. Hüpfend näherte sie sich ihrem Nest, welches gefüllt ist mit jeglicher Art von Münzen, Glaskugeln, mit denen die Kinder im Garten spielten, und sonstigen glänzenden Dingen.

Von hier aus hat sie nämlich den besten Überblick über das kleine idyllische Dorf Mondstadt. Ihr Blick reicht von dem neu erbauten Hotel über die Taverne mit ihrem schönen Vorgarten, bis schliesslich der kleine Hafen das Ende ihres Reviers kennzeichnet. Als die Elster ihren Blick vom Hafen löste, erspähte sie im Dorfgarten eine Gestalt. Diese wirkte nicht gefährlich und zu ihrem Glück glänzten viele Sachen auf deren Rücken. Also gleitete sie mit ausgebreiteten Flügeln von ihrem Aussichtspunkt hinab und versuchte mit ihrem Schnabel eines der glänzenden Sachen zu klauen.

Ein Mann mit wilden langen Haaren schlängelte sich zwischen den spielenden Kindern hindurch. Genau in dem Moment, als er sich zur Seite drehte, um einem Kind auszuweichen, sauste etwas Kleines Schwarzes an ihm vorbei und stieg schnell wieder in den Himmel empor. Mit seinen braunen Augen verfolgte er die Elster noch eine Weile, bis er seine Hand, welche instinktiv nach einem Pfeil gegriffen hatte, wieder lockerte.

"Diebisches Vieh!", murmelte er in sich hinein und ging mit festem Schritt weiter. Ein Kind zog ihm leicht an seinem grünen Umhang und schaute ihn mit fragendem Blick an.

"Wolltest du ihn erschiessen? Bist du ein Jäger?"

Darauf blieb der Mann wieder stehen. Er drehte sich mit seinem lockeren Gesicht, das von einem Vollbart abgerundet wurde, zum Kind um.

 

"Jäger? Nein, mein Kleiner, nicht ganz. Ich bin ein Ranger aus einer fernen Stadt namens Labrum", sprach er mit sanfter, gelassener Stimme zum Kind. Voller Erstaunen liess das Kind den Mantel los und mit grossen Augen schaute es zu ihm hinauf. "WOW! Ein Ranger, ein richtiger Ranger, so wirklich mit Bogen und... und versteckten Dolchen? Taschen randvoll mit Zähnen von erlegten Monstern? So einer bist du?" Lachend verwuschelte der Fremde die Haare des Kleinen und antwortete, "Ja, genau so einer. Aber nun habe ich eine Frage an dich, wo finde ich die nächste Taverne? Ich habe grossen Hunger, weisst du." Eifrig schoss die Hand des Kindes in Richtung der Taverne, "Aber natürlich, wer grosse und gemeine Monster besiegen kann, muss sehr viel essen. Siehst du das Gebäude da vorne? Das ist unsere Taverne, der Koch Andi macht das beste Spanferkel, dass du je gegessen hast."

Der Mann folgte dem Finger des Kleinen, dieser zeigte auf ein Riegelhaus. Dieses unterschied sich mit seinen roten Riegeln und dunkelrotem Dach von allen am meisten durch seine strahlend weisse Fassade. Zufrieden gab er dem Kind ein Silberstück in die Hand und setzte seinen Weg zur Taverne fort.

Vor der dunkelroten Doppeltür blieb er stehen und inspizierte das Haus und dessen Garten. Über den schön gepflasterten Weg, den er gekommen ist, kann man links und rechts in zwei abgezäunte Gärten gehen. Im linken steht eine kleine Feuerschale, welche in schönen Sommernächten gerne entzündet wird, überlegte er für sich. Aus dem Augenwinkel stellte er fest, dass das ganze Gebäude von einem Bach umrundet ist, in dem sich viele farbige Fische tummelten.

Sichtlich beeindruckt öffnete er die Tür und sofort stieg ihm der Duft des offenen Feuers entgegen, vermischt mit dem Knistern der Flammen unter dem saftig tropfenden Spanferkel. Das alles wird von der süssen Note des Mets und dem Lachen der Gäste begleitet. Ganz zum Schluss vernahm er noch die Töne eines Barden, welcher gerade ein bekanntes Lied, "das alte Wanderlied", angestimmt hatte.

Als er die Tür hinter sich schloss und der überwältigende erste Eindruck verflog, liess der Fremde seinen Blick durch den Raum gleiten. In der Mitte stand ein grosses offenes Feuer, über dem an einem Spiess befestigt ein Spanferkel kunstvoll gedreht wird. Das Wesen, welches den Spiess dreht, ähnelt einer Hyäne, die gelernt hat, auf zwei Beinen zu gehen. Am anderen Ende des Raumes marschiert eine Menschenfrau hinter der Theke auf und ab, mal mit Bierkrügen und mal mit Tellern in der Hand.

Von seiner rechten Seite vernahm er die Melodie eines Klaviers. An dessen Tasten sass ein Elf mit bleicher Haut und blonden Haaren. Sein Mantel, der bis auf den Boden ragte, war schwarz und an den Rändern mit einem fingerbreiten weinroten Saum versehen. Von ihm kam auch das angestimmte Lied, welches der Fremde beim Öffnen gehört hatte. Mit den Worten des Barden schritt er in Richtung der Theke.

 

"Die Strasse gleitet fort und fort,

weg von der Tür, wo sie begann,

zur Ferne hin, zum fremden Ort,

ihr folge denn, wer wandern kann" 

An der Theke angekommen, setzte er sich auf einen freien Hocker. Als er nach der Speisekarte griff, nahm er aus dem Augenwinkel eine komische Gestalt wahr. Mit den Worten "Könnte ich bitte einen Krug Bier und vielleicht noch ein paar Informationen bekommen?", richtete er seine Aufmerksamkeit auf die Schankmaid. Aber auch nur so viel, dass er die grün-schuppige Hand der Gestalt links von ihm nicht aus den Augen verlor.

"Welches Bier darf es denn sein? Ein Bronzenes Drachenbier oder ein Elfenblattbier? Ah, und da du nach Informationen gefragt hast, wenn du ein Zimmer willst, kostet dich das sieben Silbermünzen pro Nacht und ich muss deinen Namen auf der Liste eintragen", gab ihm die hektisch arbeitende Frau im zügigen Ton zurück.

Als er nicht direkt antwortete, schnippte sie mit den Fingern vor seinem Gesicht und wiederholte sich mit einem leicht genervten Ton. "Drachen oder Elfenblattbier? Zimmer oder lieber doch nicht? Komm schon, ich habe nicht den ganzen Tag Zeit."

Stockend antwortete der Fremde: "Ähm... Dalus, Dalus Circino, und ich nehme gerne das Drachenbier. Aber ich meinte eigentlich andere Informationen..."

Doch das hörte die Schankmaid schon nicht mehr, denn sie war schon am Fass, den Bierkrug am Füllen. Von links ertönte eine rauere Stimme, wie Dalus feststellte, gehörte sie der schuppigen Gestalt, und er wandte sich zu ihr um.

"Für mich bitte auch noch mal ein Drachenbier, Hilni."

Danach wandte auch diese sich zu Dalus um und schaute ihn verwundert an. "Und was für 'Informationen' erhoffst du dir aus einer Taverne zu bekommen, wenn ich fragen darf?"

Dalus musterte die echsenartige Gestalt, die vor ihm sass, und antwortete misstrauisch: "Nun ja, ich hatte gehofft, hier in der Umgebung meine Dienste zur Verfügung zu stellen."

Die Echse beugte sich ein wenig nach vorne und grinste, so dass man seine Reihen an scharfen und spitzen Zähnen sehen konnte. "Du hast noch nicht viele Drachengeborene zu Gesicht bekommen, was? Und was kannst du schon für Arbeiten erledigen? Staubwischen?".

Dalus musterte den Drachengeborenen mit einer hochgezogenen Augenbraue. "Ich bitte dich, schau mich doch einmal genauer an. Ich denke nicht, dass ich fürs Staubwischen ausgerüstet bin, und mit wem habe ich eigentlich das Vergnügen?" Daraufhin entgegnete die Echse ihm, "Aber wie ein erfahrener Kämpfer siehst du auch nicht gerade aus, und was meinen Namen betrifft, kannst du mich QB nennen." In diesem Moment stellte Hilni den beiden ihre Krüge Bier auf die Ablage und sprach zu beiden, "Das macht dann zwei Silbermünzen für jeden von euch, und was habe ich da gehört? Du bist nicht nur zum Staubwischen hier?"

Mit ihren Augen musterte sie Dalus, wie er an der Theke sitzt, seinen Bogen an der Ablage angelehnt, die Pfeile im Köcher immer griffbereit und versteckt unter dem Mantel einen Dolch für alle Fälle. Das Silber in ihrer Hand zählend, murmelte sie vor sich hin, "Naja, vielleicht kannst du der Taverne bei einem klitzekleinen Problem behilflich sein?"

 

"Was meinst du mit klitzekleines Problem?", hakte QB von der Seite her nach.
"Hey, ich bin auf der Suche nach Arbeit. Halt du dich gefälligst da raus!", "Shhhhhht", schritt Hilni dazwischen. "Es wäre schön, wenn das nicht an die grosse Glocke gehängt wird. Von mir aus könnt ihr auch beide helfen, ihr würdet auch bezahlt werden. Aber ich bitte euch, nicht so herumzuschreien."

Dalus und QB tauschten fragende Blicke aus, bis Dalus sich Hilni zuwandte und leise fragte, "Wie schon gefragt, um was für ein klitzekleines Problem handelt es sich denn?" Sie beugte sich nach vorne und flüsterte schon fast, "Nun ja, es haben sich Ratten im Vorratsraum eingenistet. Versteht ihr nun, wieso ihr nicht so laut sein solltet? Wenn das rauskommt, kann ich den ganzen Laden hier dichtmachen, und das freut Ivan bestimmt nicht! Das wäre das letzte Mal, dass er mir die Taverne während seiner Abwesenheit anvertraut." Voller Hoffnung auf Verständnis schaute Hilni abwechselnd zu Dalus und QB. "Solange es nur Ratten sind", sprach QB als Erster, "dann kann dieser Mensch beweisen, dass er nicht nur als Magd arbeiten kann", sagte er lachend und legte einen Arm auf die Schulter von Dalus. "Ja, ja, sehr witzig", entgegnete dieser. "Dann nehme ich an, deine Schuppen sind dir zu fein, und ich muss die Entlohnung nicht mit dir teilen?" schnaubte Dalus und schob den Arm von QB von seiner Schulter. "Aber sicher nicht! Ich komme natürlich mit, und wenn du Hilfe benötigst, weil dich die kleinen Biester in die Enge treiben, stehe ich hinter dir und werde dich beschützen", lachte QB dem nun finster dreinschauenden Dalus ins Gesicht. "Danke, aber ich denke, dein nobles Angebot werde ich nicht benötigen. Aber du kannst gerne mitkommen und zusehen. Wenn ich es jedoch ohne deine Hilfe schaffe, bekomme ich den gesamten Lohn. Deal?" Und siegessicher reichte Dalus QB die Hand. "Deal! Also Hilni, zeig Dalus, wo sich das Problem befindet", und mit diesen Worten stürzten die beiden den Rest Bier in ihren Krügen hinunter. Dalus stand auf, nahm seinen Bogen in die Hand und ging mit stolzen Schritten hinter die Theke, dicht gefolgt von QB, welcher Dalus um einen Kopf überragte.

Hilni führte die zwei in die Küche und nahm einen alten eisernen Schlüssel unter ihrer Schürze hervor. Als sie die Tür zum Vorratsraum aufschloss, sagte sie nur, "Wenn ihr hineingeht, werde ich die Tür hinter euch wieder verschliessen. Denn ich habe keine Lust, dass auch nur eine dieser Bestien auch nur einen Fuss in die offene Taverne setzt." Irritiert blickte QB Hilni an und fragte, "Bestien? Ich dachte, es seien Ratten.", "Ach, habe ich Bestien gesagt? Ist ja jetzt auch egal." Und mit einem Grinsen schob sie Dalus und QB in den Raum hinein. Die Tür fiel hinter ihnen ins Schloss, und sie hörten, wie der Schlüssel die Tür verriegelte und eine gedämpfte Stimme zum Abschied sagte, "Wenn ihr fertig seid, klopft dreimal, und ich werde die Tür öffnen. Jegliche Schreie um Hilfe werde ich ignorieren und von eurem Lohn abziehen. Viel Glück!"

"Ich weiss ja nicht, aber irgendetwas sagt mir, dass es sich hier nicht um normale Ratten handelt", murmelte Dalus vor sich hin, während er den schwach ausgeleuchteten Vorratsraum inspizierte. Es war ein länglicher Raum mit keinen Fenstern. Nur vier Fackeln spendeten ein wenig Licht. In der Mitte des Raumes standen ein paar Regale, die von beiden Seiten zugänglich waren. Auf ihnen standen allerlei Lebensmittel und Glasflaschen, in denen sich schwach die Flammen der Fackeln spiegelten. Fässer mit der Aufschrift "Wolkenfelder Wein" standen in der linken hinteren Ecke, und an den übrigen Wänden waren Holzkisten mit Kräutern und sonstigen Gewürzen gestapelt. Als Letztes sah Dalus zwei alte Vitrinen aus Holz mit Glastüren, die Teller, Schüsseln und Becher vor Staub schützen sollten, versehen waren. In der Reflexion der einen Tür bemerkte Dalus eine Bewegung.

Während Dalus QB am Arm packte und in die Richtung der Bewegung deutete, sprach dieser mit gerümpfter Schnauze, "Ja, gegen Ende hat es sich nicht mehr wie kleine niedliche Nagetiere angehört. Aber können wir das Ganze hier ein wenig beschleunigen? Diese Mischung aus allen möglichen Gewürzen macht mir ja nichts aus, aber riechst du auch diesen faulenden, ätzenden Geruch?" Als Dalus leicht durch die Nase einatmete, roch er ein Gemisch aus Thymian, Ingwer, Oregano, Schnittlauch und Lavendel. Doch wie QB erwähnt hatte, war da noch etwas Beissendes in seiner Nase. Etwas Unbeschreibliches, etwas Ätzendes, aber auch wie etwas Totes, das zu lange der Sonne ausgesetzt war.

"Du hast recht", setzte Dalus an und griff instinktiv nach einem Pfeil und legte ihn auf seinen Bogen. "Etwas stimmt hier ganz und gar nicht. Dieser Geruch stammt definitiv nicht von normalen Ratten. Sei auf alles vorbereitet, ich hoffe, du kämpfst so gut, wie du reden kannst." Beendete Dalus seinen Satz, seinen Blick fixiert auf eines der Regale in der Mitte des Raumes. QB nahm ebenfalls seine Gross Axt von seinem Rücken und flüsterte zu Dalus, "Oh, ich weiss sehr wohl, wie man kämpft, schau einfach, dass du mich nicht triffst mit deinen Pfeilen." Mit der Gross Axt bereit zum Zuschlagen setzte QB vorsichtig einen Schritt vor den anderen und schaute sich sorgfältig um.

"Vorsicht!" schrie Dalus, als ein Schatten grösser als eine Katze aus einem Zwischengang in Richtung QB sprang. Dieser konnte noch gerade rechtzeitig schützend seine Axt zwischen sich und den Angreifer bringen. Ein Kiefer mit spitzen Nagezähnen schloss sich um den Holzgriff seiner Waffe, und vier Pfoten suchten an seinen Armen und Oberkörper nach Halt. Doch so weit konnte der Angreifer gar nicht erst kommen. Denn Dalus liess die Sehne seines gespannten Bogens los, und ein Pfeil flog zielsicher auf den Schatten zu. Der Pfeil verfehlte sein Ziel nicht, und der Angreifer wurde von der Wucht des Aufpralls von QB heruntergeschleudert und blieb vor den Weinfässern liegen. "Du kannst dich später mit einem Bier bei mir bedanken", lächelte Dalus QB an und machte einen Schritt auf den unbekannten Angreifer zu.

"Ich habe nur deine Reflexe getestet. Ich hatte alles unter Kontrolle", entgegnete QB ein wenig gereizt. "Aber schauen wir doch einmal, mit was wir es hier zu tun haben", fuhr er fort und nahm eine Fackel von der Wand, um Licht ins Dunkel zu bringen.

Als sie näher kamen, stieg beiden sofort der beissende Geruch in die Nase, dieses Mal aber ohne das Aroma der Kräuter. Das Licht gab den Blick frei auf eine Ratte, die viel grösser war als eine herkömmliche Ratte. "Jetzt wird mir auch klar, warum sie vorhin von Bestien geredet hat", begann QB, "was mich Sorgen bereitet, ist, dass sie von mehreren gesprochen hat." "Ja, da hast du recht. Hoffen wir, dass das hier die grösste war", stimmte Dalus ihm zu und beugte sich leicht über die Ratte. Sein Pfeil steckte immer noch direkt hinter der Vorderpfote und hat den einen Lungenflügel und das Herz durchstochen. Auch beim genaueren Betrachten sah die Ratte, bis auf ihre abnormale Grösse, nicht sehr normal aus. Am Körper fehlten ganze Fellbüschel, und dort, wo eigentlich Haut sein sollte, klafften Fleischwunden. Dort, wo sich ein Ohr befinden sollte, war schon die blutige Schädeldecke zu sehen.

Die Ratte immer noch fixiert, flüsterte Dalus, "Was mir Sorgen bereitet, ist, wie dieses Vieh aussieht, oder hast du schon einmal so eine entstellte, noch lebende Ratte gesehen?" Er wollte gerade den Pfeil aus dem toten Tier ziehen, da fauchte hinter dem Fass etwas, und auch von der rechten Seite kamen Fauchgeräusche auf die beiden zu. Mit einer fliessenden Bewegung zog Dalus den Pfeil heraus und legte diesen auch gleich wieder an seinen Bogen. "Nein, aber ich denke, wir sollten uns ein wenig zurückziehen, oder was meinst du?", antwortete QB, während er die Fackel in einen dafür vorgesehenen Fackelhalter steckte und seine Axt wieder in beide Hände nahm.

"Da bin ich voll und ganz auf deiner Seite", bestätigte Dalus und entfernte sich von der Leiche. Während er sich zurückzog, spannte er schon seinen Bogen. "Machen wir es so wie vorhin? Du bleibst vorne, und wenn sie auf dich losstürmen, erledige ich sie", schlug Dalus vor. "Pha! Auf dass du den ganzen Ruhm bekommst? Sicher nicht!", spottete QB ihm entgegen und zog sich auf die gleiche Höhe wie Dalus zurück. "Ich bin der Meinung, dass du jetzt den ersten Schritt machst und ich sie dann ganz erledige. Ist doch nur fair, oder?", sprach QB mit einem Grinsen.

Dalus kam nicht zum Antworten, denn hinter dem Fass erschien eine weitere etwa gleich grosse Ratte. Diese verfiel direkt in einen Sprint, jagte auf die beiden zu. Dalus liess abermals die Sehne seines Bogens nach vorne schnellen, und der Pfeil sauste auf die Ratte zu. Doch dieses Mal verfehlte der Pfeil sein Ziel um Haaresbreite und stoppte erst, als er das Weinfass traf. Schnell legte er einen anderen Pfeil nach, spannte seinen Bogen. Da preschte QB nach vorne, holte mit seiner Grossaxt aus mit der Absicht, das Tier zu halbieren. Jedoch war der Holzgriff noch mit Speichel der ersten Ratte überdeckt, deshalb verrutschte sein Griff, und er traf die Ratte nicht mit der Klinge, sondern mit der flachen Seite der Axt. Ein dumpfer Ton verkündete, dass QB trotzdem getroffen hatte. Er traf mit solch einer Wucht, dass die Ratte so hart zurückgeschleudert wurde, bis sie vom Weinfass ein wenig gebremst wurde. Das Bersten von Holz war zu hören, und zwei Bretter des Fasses gaben nach, was zur Folge hatte, dass die Ratte mitsamt den gebrochenen Brettern in das Fass fiel.

Stolz schulterte QB seine Axt und drehte sich zu Dalus um. "Und so macht man mit seinen Gegnern kurzen Prozess", sagte er und deutete eine Verbeugung an. "Wow, ich bin beeindruckt", bestätigte Dalus, "aber dass der Wein jetzt ungeniessbar ist, sagst du ihr, und das wird auch von deinem Teil der Bezahlung abgezogen." QB schaute zurück auf den Ort, wo die Ratte das Fass beschädigt hatte, und sagte: "Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Wein immer noch geniessbar ist..." Dalus zog eine Augenbraue nach oben. "Bist du dir sicher? Für mich sieht es so aus, dass dort drin jetzt eine verletzte Ratte schwimmt. Vielleicht sogar eine tote Ratte. Siehst du nicht die Hautfetzen an den Bruchstellen?" QB winkte nur ab und sagte: "Das gibt nur extra Geschmack, das fällt ihnen gar nicht auf. Vertraue mir." Dalus wollte gerade zu einem Gegenargument ausholen, wurde jedoch durch Bewegungen im Schatten gestoppt.

"Schon gut, schon gut, solange ich die Schuld dafür nicht bekomme! Jetzt aber wieder Konzentration, es ist noch nicht vorbei", sprach Dalus, während er erneut seinen Bogen spannte. Dalus sollte Recht behalten, denn zwischen den Regalen trat eine Ratte hervor. Jedoch nicht alleine, sie zog noch zwei weitere Ratten aus den Schatten. Alle drei waren an den Schwänzen zusammengeknotet, und die hinteren beiden schienen nicht mehr am Leben zu sein. "Was zur Hölle ist denn das bitte! Wer macht so etwas Krankes?", spuckte Dalus aus. Darauf antwortete QB ganz gelassen mit einer Spur von Bewunderung, "Das, mein Lieber, nennt sich Rattenkönig, und der gehört mir!" Verdutzt antwortete Dalus, "Rattenkönig? Aber..." Doch weiter konnte er gar nicht sprechen. QB liess seine Grossaxt fallen und stürmte auf die drei Ratten zu. Gekonnt wich er dem Schnappen der noch letzten lebenden Ratte aus und griff nach dem Knoten. Als er ihn gefasst bekommen hatte, machte er noch einen Schritt nach vorne und schleuderte mit aller Wucht den Rattenkönig gegen die Wand hinter dem Weinfass.

Noch während die drei Ratten in Richtung der Wand flogen, schoss an QB's Kopf ein Pfeil vorbei. QB drehte sich zu Dalus um und wollte ihm gerade mit seiner Faust ins Gesicht schlagen. Da fing Dalus an, hämisch zu grinsen und deutete hinter QB. "Oh, ich werde dir dieses Grinsen noch aus deinem Gesicht schlagen, aber zuerst sagst du mir, was genau das sollte!" Wütend stapfte QB in die Richtung von Dalus. "Du hättest mich fast getroffen! Was hasst du zu deiner Verteidigung zu sagen?" Drohend erhob QB seine Faust. Da sprach Dalus ruhig und immer noch mit einem Grinsen im Gesicht. "Ich habe nur sichergestellt, dass die letzte Ratte auf mein Konto geht und nicht auf deins." Entsetzt drehte sich QB um und schaute in die Richtung, wo er den Rattenkönig geworfen hatte. Er war genau dort gelandet, wo er hin gezielt hatte, aber anstelle eines grossen zerquetschten Fleischhaufens an der Wand wurde der Rattenkönig durch einen Pfeil, welcher den Schädel sauber durchbohrt hatte, an der Wand gehalten.

Langsam drehte sich QB zu Dalus um, sein linkes Augenlid zuckte. "Das... war... meiner..." zischte er Dalus entgegen. "Ehm... lass uns doch keine unüberlegten Sachen machen. Ich bin mir sicher, ich habe dort hinten noch eine gesehen..." sagte Dalus und wich zwei Schritte zurück.

"Ich würde eher behaupten, weil du mir diesen Erfolg gestohlen hast, spendierst du mir nachher einen Krug Bier und ein Stück dieses Spanferkels. Das sollte als Vergütung reichen." Und mit einem Lächeln, bei dem man alle Zähne sehen konnte, wandte sich QB von Dalus ab und sprach, "Komm, schauen wir, ob es wirklich alle gewesen sind oder ob sich noch eine verschanzt hat." Dalus räusperte sich und ging auf die rechte Seite des Raumes, und nachdem er seine Stimme wieder gefunden hatte, sprach er, "In Ordnung, aber wenn wir noch eine finden, kriegst du sie, und dann sind wir quitt, oder?" QB stoppte kurz und warf ihm einen verächtlichen Blick zu. "Denkst du wirklich, eine Ratte wiegt sich gleich auf wie ein Rattenkönig? Träum schön weiter." Der Rest des Absuchens verlief im Schweigen, und als sie sich am festgenagelten Rattenkönig trafen, meinte Dalus, "Na gut, du bekommst von mir einen Krug Bier und ein wenig Fleisch. Dafür darf ich aus sicherer Entfernung zusehen, wie du das mit dem Wein beichtest." QB verging das Grinsen und die Vorfreude auf das saftige Fleisch direkt wieder, und beide machten sich auf in Richtung der Tür.

QB klopfte drei Mal, und nach einer Weile hörten sie, wie der Riegel aus dem Schloss gedreht wurde und sich die Tür öffnete. "Und habt ihr sie erledigt?" schmetterte Hilni ihnen gleich entgegen. "Ja, wir haben alle erwischt und haben noch einmal alles durchgeschaut. Ihr habt jetzt offiziell nur noch Leichen im Vorratsraum", sprach QB als Erster und verbeugte sich. Dalus fügte noch hinzu, "Aber entsorgen müsst ihr sie selbst, das ist nicht mein Fachgebiet." Darauf rollte Hilni nur mit den Augen, und die beiden traten schnell aus dem Raum heraus. QB zog hinter sich schnell die Tür zu, und als er ihr den Schlüssel überreichen wollte, hielt er ihn noch ein wenig fest. "Wie sieht es mit der versprochenen Bezahlung aus, die hast du bestimmt noch nicht vergessen, oder?" Genervt kramte sie in einem Beutel herum. "Ja, ja, hier für jeden zwei Goldstücke." Und mit einem Grinsen fügte Hilni noch hinzu, "Dann könnt ihr euch neue Armschienen und Schuhe kaufen."

Verwirrt schauten sich Dalus und QB an. Bis Dalus bemerkte, wie etwas von der Armschiene QB's heruntertropft. Sein Blick folgte den Tropfen, diese landeten auf seinem Schuh. Schnell entfernte Dalus sich einen Schritt von QB und prüfte seinen Schuh genauer. Dort, wo die Tropfen auftrafen, klaffte nun ein grosses Loch. Daraufhin prüfte QB seine Armschiene, und auch diese löste sich an der nassen Stelle auf. "Verdammt, was waren das für Ratten? Ich habe noch von keiner Sorte gehört, die Säure in ihrem Speichel hat", fluchte QB los und nahm eine Serviette vom Regal und putzte die Reste seiner Armschiene. "Den bezahlst du aber, der Schuh war teuer!" maulte Dalus von der Seite. "Würdet ihr euch bitte draussen streiten und nicht in meiner Küche? Los, raus jetzt alle beide!" Und mit diesen Worten scheuchte Hilni beide hinaus in den Speisesaal.

"Such uns einen Tisch QB, ich komme gleich mit Essen und Bier nach." sprach Dalus, als sie sich wieder in der nun volleren Taverne befanden. "Alles klar, aber lass mich nicht zu lange warten. Nach dieser Aufregung habe ich richtig Hunger bekommen." Mit diesen Worten marschierte QB zum erstbesten Tisch und setzte sich. Schon beim Hinsetzen fing sein Bauch an zu knurren. Denn erst jetzt stellte er fest, dass er den Tisch ausgewählt hatte, welcher direkt neben dem Spanferkel stand. Beim Anblick dieses Fleischhaufens lief ihm innert Sekunden das Wasser im Mund zusammen. Schon fast hypnotisiert hielt das Ferkel seinen Blick auf sich. Die langsamen Drehbewegungen des karamellfarbenen Fleisches, in dessen austretenden Säften sich die Flammen spiegelten. QB nahm einen tiefen Atemzug und sofort stiegen ihm unzählige Kräuter mit einer Mischung aus Honig und Zitrone in die Nase.

Der Blickkontakt zwischen ihm und dem Ferkel wurde durch etwas Felliges unterbrochen. QB blinzelte und hob seinen Kopf, um zu sehen, wer es sich erlaube, diesen Anblick zu stören. Mit einem breiten Grinsen schaute ihn eine wolfsähnliche Gestalt, die scheinbar auf ihren Hinterbeinen gelernt hatte zu laufen, an. "So wie ich deinen Blick einschätzen kann, erkennst du gut zubereitete Speisen, oder?" fragte ihn die Gestalt mit einem eigenartigen Lachen, vermischt mit einem Grunzen. Verdattert über die Frage stammelte QB nur, "Nicht nur erkennen, ich schätze solche Speisen sehr." Das Grinsen der Gestalt wurde noch breiter und sie sprach, "Dann wird dir der nächste Schritt sicher sehr viel Freude bereiten", und mit diesen Worten schritt er zurück zum Spanferkel. Er bückte sich und nahm einen Krug vom Boden auf und übergoss das ganze Ferkel vorsichtig mit Bier.

"So, hier dein Bier und Hilni meinte, wegen dem Fleisch müssen wir uns bei Andi melden." Mit diesen Worten stellte Dalus zwei Krüge Bier auf den Tisch und setzte sich parallel zu QB hin. Dieser wurde abermals aus seiner Trance geworfen und er wischte sich schnell einen Speicheltropfen vom Mundrand. "Und wer soll das bitte schön sein, wenn ich fragen darf?" antwortete QB, beim Versuch noch einmal einen Blick auf das Spanferkel zu erhaschen. "Na ich!" sprach die wolfsähnliche Gestalt und zückte lachend ein Messer aus seinem Gurt. "Nur einen kleinen Augenblick, ich schneide euch zwei grosse Portionen", und mit seinem grunzartigen Lachen brachte Andi den beiden ihre Teller.

Während sich QB über seine Portion hermachte, verkündete Dalus mit vollem Mund: "Weil du Hilni noch nichts vom Weinvorfall erzählt hast, hat sie uns ein Zimmer für die Nacht angeboten." QB schaute von seinem Teller auf und runzelte die Stirn, "Aber sie hat mir gesagt, dass sie keine freien Zimmer hätten. Darum wäre ich nach dem Essen weitergezogen." Dalus nahm einen Schluck aus seinem Krug, "Sie meinte, nach dieser Arbeit würde sie uns erlauben, im Zimmer des Besitzers zu schlafen. Der sei schon eine Weile auf Reisen und bevor noch mehr Staub sich im Zimmer sammelt, könnten wir es für eine Nacht haben."

"Hmmm", überlegte QB, "Ich ziehe auf jeden Fall ein warmes Bett dem Schlafen unter freiem Himmel vor", sprach er, wohl eher als Selbstgespräch gedacht als für andere Ohren bestimmt. "Dann sind wir für heute Abend Zimmergenossen, toll. Was hältst du davon, das mit noch einem Bier zu feiern?" Mit hochgezogener Augenbraue nahm QB seinen Krug in die Hand und trank ihn aus. "Ahhhhh! Das klingt nach einer tollen Idee." Schnell trank Dalus auch aus und antwortete, "Dann hol doch noch mal zwei Krüge und sag Hilni, dass wir das Zimmer nehmen." QB's Gesicht verzog sich zu einem genervten Augenrollen, bis er aufstand und die nächsten Krüge holte.

So tranken die beiden Runde um Runde. Ab und zu gab es noch einmal einen Teller Spanferkel dazu, aber das Bier floss wortwörtlich in sie hinein. Als es später wurde, hörten sie nur noch der Musik des Barden zu. Nur manchmal beschwerte sich QB über ein paar falsche Töne. Das wurde auch nicht besser, als der Barde aufstand und mit einer Flöte spielend durch die Taverne hüpfte. "Oh man, das Klavier war ja noch akzeptabel. Aber diese Flöte geht mir aber so was von auf den Geist." brummte QB in seinen Krug, als er den letzten Tropfen trank. "Nun hab dich doch nicht so. Ich finde die Musik schön und bis jetzt hat er noch jeden Ton getroffen." sprach Dalus ruhig.

Der Barde spielte sich durch den Raum und als er beim Tisch von Dalus und QB ankam, beendete er mit einer Pirouette das Stück und verbeugte sich in alle Richtungen. "Danke, danke. Sehr freundlich von euch allen, danke. Ich werde noch den ganzen Abend für euch spielen, doch braucht selbst der beste Barde in ganz Vaasa mal eine Pause, um seine Stimmbänder wieder zu ölen." Ein Flüstern war aus QB's Richtung zu vernehmen: "Wenigstens einen Moment der Stille." Interessiert stützte sich der Barde auf ihrem Tisch ab und schaute sie an. "Was war das? Ich habe dich nicht ganz verstanden. Sagtest du wenigstens nur eine kleine Pause?" QB drehte genervt seinen Kopf weg vom Barden. Fragend schaute der Barde Dalus an, "Jetzt sag aber nicht, dass er meine Musik nicht mag. Wo ich doch schon so viele Preise gewonnen habe." Dalus zuckte nur mit den Schultern, "Keine Ahnung, was er hat, aber ich würde ihm nicht zu nahe kommen." Auf diese Worte rutschte QB ein wenig weiter weg von den beiden. "Ach komm schon, du Miesepeter. Vielleicht habe ich Morah Mozag, der talentierteste Barde in ganz Vaasa, einfach noch nicht das Richtige für diese trübsalblasende Echse gespielt." Daraufhin setzte sich Morah dicht neben QB und legte ihm eine Hand auf die Schulter. "Sag mir, was ist dein Lieblingsstück und ich werde es nach meiner Pause für dich anstimmen." Ein leises Knurren ertönte: "Mein Lieblingsstück ist die Stille, nachdem ich deinen Arm ausgekugelt habe." Und damit wandte sich QB zu Morah um und fügte hinzu, "Nimm deinen Arm dort weg oder du kannst nie mehr spielen."

Mit einem Lachen tätschelte Morah die Wange von QB, "Ach komm schon, du Miesepeter, ich denke dir gefällt meine Musik. Du hast einfach schon zu viel getrunken." QB's Hand schnellte von seinem Krug zum Handgelenk von Morah. Dieser machte eine Vorwärtsrolle auf den Tisch hinauf und schaute auf QB hinunter. "Na na na, das ist aber nicht die feine Art." Daraufhin versuchte QB ein Bein zu fassen, doch auch dies gelang ihm nicht. Mit einem Rückwärtssalto sprang Morah den Tisch hinunter und richtete nach seiner Landung die Kapuze. QB stand auf und ging auf den Barden zu, holte mit seiner Faust zum Schlag aus. Doch noch bevor seine Faust ihr Ziel fand, drehte sich für QB der ganze Raum und er verlor den Boden unter seinen Füssen. Mit dröhnendem Kopf lag er auf dem Fussboden der Taverne und blickte an die Decke. Ein verschwommenes Gesicht beugte sich über ihn, "Ich kann noch viel mehr als nur Lieder spielen und singen, mein Freund, merk dir das."

Dalus legte eine Hand auf die Schulter von Morah, welcher gebeugt über QB stand, und wollte gerade anfangen zu sprechen. Da spürte er plötzlich ein Stechen in seiner Brust und er bekam keine Luft mehr. "Ach du meine Güte, das tut mir jetzt aber leid. Das war aus reinem Reflex, sorry..." war das Letzte, was Dalus von Morah hörte, bevor er auf seine Knie sank.

 

Als Dalus und QB sich einigermassen erholt hatten, rappelten sie sich auf und hörten Morah neben ihnen auf der Bank kauen. Er schaute Dalus an und sprach: "Bei dir tut es mir leid, glaube mir. Ich wollte dich nicht schlagen, aber bei dem tut es mir nicht leid, er hat mir gedroht." Dalus war der Erste von beiden, der wieder stehen konnte, und wandte sich QB zu, um ihm eine helfende Hand zu reichen. "Ach alles gut, ich bin ja noch am Leben und so weit ich das sehen kann, habe ich kein Blut verloren." Als QB auch wieder auf seinen Beinen stehen konnte, drehte sich Dalus zu Morah um und sprach: "Und das wegen meines Kollegen tut mir auch leid, er hatte definitiv zu viel Bier für einen Abend. Wenn du uns entschuldigen würdest, dann werde ich ihn in sein Zimmer bringen." Morah richtete seinen Blick auf QB, der sich immer noch seinen Kopf rieb. "Alles in Ordnung, vergeben und vergessen, wie ich stets zu sagen pflege."

Somit verabschiedete sich Dalus von Morah und schob QB in die Richtung des Zimmers, das ihm Hilni angeboten hatte. Er öffnete die Tür und QB wankte mit schmerzendem Kopf ins Zimmer und legte sich auf ein Sofa und schlief direkt ein. Dalus schloss die Tür, machte sich bettfertig und legte sich in das grosse Bett mitten im Raum. Mit anhaltenden Schmerzen in der Brust schloss er die Augen und schlief fast genau so schnell ein wie QB.

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